Nachrichten

Samstag, 22. August 2009
18-Jähriger in Schöppingen erstochen - Messer verschwunden

Nach dem gewaltsamen Tod des 18-Jährigen Kevin in Schöppingen bleibt die Tatwaffe verschwunden. Die Polizei suchte die Siedlung den ganzen Tag über ab, jedoch ohne das Messer zu finden. Der bereits festgenommene mutmaßliche Täter hüllt sich in Schweigen, gegen ihn wurde wegen Totschlags Haftbefehl erlassen. Der Leichnam des 18-Jährigen wurde heute obduziert. Todesursächlich waren Verletzungen an Lunge und Herz. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Münster und der 13-köpfigen Mordkommission dauern an.

 

Es geschah in der Nacht zum Samstag am Kohkamp in Schöppingen. Kevin war dort Gast auf einer privaten Party. Er verließ das Wohnhaus, lief zu einem angrenzenden Spielplatz. Dort traf er auf den 28-Jährigen. Der soll aus bislang noch ungeklärter Ursache mit einem Messer auf ihn eingestochen haben - in den Rücken. „Kurz darauf lief der 18-Jährige mit der Stichverletzung in das Wohnhaus zurück. Dort verstarb er, obwohl ein Notarzt noch versuchte, ihn zu reanimieren“, so Frank Rentmeister von der Kreispolizei Borken.

 

Im Zuge der Fahndung konnte der 28-Jährige an der Pforte einer Wohnunterkunft gestellt werden. Das Messer will er kurz nach der Tat weggeworfen haben – vermutlich im Bereich der Straße „Pickbreite“.

 

"Die genauen Umstände der Tat kennen wir zur Stunde noch nicht, weil der Tatverdächtige schweigt. Es gibt zwar erste Hinweise darauf, dass es schon im Vorfeld zu Berührungen zwischen dem 28-Jährigen und der Partygesellschaft gekommen ist, aber inwieweit sich das tatsächlich bestätigt und ob hier der Ursprung des späteren Verbrechens zu finden sein wird, kann erst nach weiteren Ermittlungen gesagt werden.", so Mordkommisionsleiter Siegfried Grüter.

 

Der Schock in der 8.000 Seelen-Gemeinde Schöppingen sitzt auch einen Tag nach der Tat noch immer tief. Enge Freunde von Kevin haben Blumen und Kerzen am Tatort aufgestellt. Sie trauern dort gemeinsam, können die Tat nicht fassen.

 

„Ich wurde heute Nacht informiert und bin sofort dorthin gefahren. Die Familie und die engere Clique brauchen unser Mitgefühl.“, sagt Pfarrer Wolfgang Böcker gegenüber wm.tv. Kevin habe regelmäßig die kirchliche Jugendeinrichtung besucht, die unter der Trägerschaft der St. Brictius-Gemeinde steht. Heute sprach der Pfarrer mit vielen Jugendlichen und versuchte mit ihnen das Geschehene aufzuarbeiten. „Sie brauchen dringend Beratung und Gespräche, das habe ich gemerkt. Sie waren zunächst stumm, genau wie wir.“.