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KleveMontag, 09. Januar 2012

Familiendrama in Kleve: Rentner ersticht seine demenzkranke Frau

76-Jähriger versucht sich anschließend selbst zu töten. Paar war seit mehr als 50 Jahren verheiratet. Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Kleve. Ein tragisches Familiendrama hat sich am Montagmorgen in Kleve ereignet. Offenbar hat ein 76-jähriger Rentner seine fünf Jahre ältere, schwer demenzkranke Frau erstochen. Anschließend versuchte er sich selbst das Leben zu nehmen.


Wie die Polizei berichtet, meldete sich der Mann um 4:41 Uhr  bei der Rettungsleitstelle und teilte mit, seine Ehefrau „umgebracht“ zu haben. 
Der Mann öffnete den Rettungskräften in Unterwäsche bekleidet die Haustüre des Einfamilienhauses. 
Im Schlafzimmer wurde die 81-jährige Ehefrau tot aufgefunden. Sie lag auf dem Bett und wies eine Messerstichverletzung im Bereich der linken Brust auf.
Ein großes Küchenmesser lag neben dem Doppelbett. 
Offensichtlich hatte der Mann sich selbst auch, allerdings nur oberflächliche Stichverletzungen im Bereich der Brust beigebracht. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.
 Die  Mordkommission aus Krefeld nahm die Ermittlungen auf.




Die Untersuchungen am Tatort belegen, dass der Fundort der Toten auch der Tatort ist. An einem Finger wurde eine Verletzung festgestellt, die möglicherweise als Abwehrverletzung zu werten ist. Ein Kampf hatte offensichtlich aber nicht stattgefunden. Weitere Erkenntnisse sind bei der morgigen Obduktion zu erwarten.
Die Eheleute waren seit mehr als 50 Jahre verheiratet und wohnten seit vielen Jahren in einem großen Einfamilienhaus gehobener Ausstattung in Kleve.
Täglich wurden sie von einem Pflegedienst betreut. Die vermögenden Eheleute hatten keine Kinder.
Bei der 81-jährigen war in letzter Zeit ein fortschreitende Demenz festgestellt worden, die eine ambulante Pflege erforderlich machte. 
Seit dem  Heiligabend war sie in eine stationäre Pflege eingewiesen worden.  Am  30.12.2011 war zunächst für sechs Monate auf  Beschluss des Amtsgerichtes eine Betreuung eingerichtet worden.


Am vergangenen Sonntag hatte der  76-jährige Mann seine Frau aus der Pflegeeinrichtung abgeholt.
Wie Gerd Hoppmann, Leiter der Mordkommission mitteilte, dauern die Ermittlungen zu den Hintergründen noch an. Die persönlichen Lebensumstände des Ehepaares hatten sich in letzter Zeit so verschlechtert, dass der Rentner sich offensichtlich entschloss, zunächst seine Frau und dann sich zu töten. Dies teilte er spontan den Einsatzkräften und später auch den Beamten der Mordkommission mit.


Bei dem 76jährigen, der nach Versorgung seiner oberflächlichen Verletzungen aus dem Krankenhaus entlassen wurde, besteht weiterhin Suizidgefahr.
Auf Antrag des zuständigen Staatsanwaltes Martin Körber, Staatsanwaltschaft Kleve, wurde er dem Haftrichter vorgeführt. Es wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen, er wurde in eine  Justizvollzugsanstalt gebracht.