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Wesel / Duisburg / USADonnerstag, 02. Dezember 2010
Lady Gaga bei der Monster Ball Tour 2010
Die Songs wurden im Internet verkauft. Zu den Geschädigten gehören neben Lady Gaga und Justin Timberlake, auch Kesha und Kelly Clarkson. Unter dem Druck der Veröffentlichungen hätten einige Stars ihre Alben früher als geplant herausgebracht und seien schneller auf Tournee gegangen, so die Staatsanwaltschaft Duisburg.
Laut den Ermittlern erzielten die Hacker Gewinne im fünfstelligen Euro-Bereich. Der wirtschaftliche Schaden für die Stars sei jedoch weitaus höher, vor allem wegen der rasanten Verbreitung im Internet.
Die Ermittlungen gegen den 23-jährigen Mann aus Wesel und seinen 17-jährigen mutmaßlichen Komplizen aus Duisburg laufen noch. Beide kannten sich offenbar nur übers Internet. Ihnen wird vorgeworfen, Computer im Umfeld der Stars mittels Trojaner ausspioniert zu haben – wie etwa Rechner von Managern und Firmen. Die Beschuldigten seien geständig und auf freiem Fuß, so die Staatsanwaltschaft. Beide wohnen den Angaben zufolge noch bei ihren Eltern. Ihnen droht im Falle eine Verurteilung eine bis zu fünfjährige Haftstrafe,
Mit einem gestohlenen Sexfoto soll der 17-Jährige einen der Stars zudem erpresst haben. Der Jugendliche DJ habe die Geschädigte dazu genötigt , eine Empfehlung für ihn ("DJ Stolen") im Internet auszusprechen. In Fachkreisen heißt das „shout-out“. Er soll damit gedroht haben, andernfalls das Foto zu veröffentlichen. Zudem seien private Mails ausspioniert worden, so die Ermittler.
Aufgeflogen war der Cyberangriff erst, nachdem Mitglieder eines Fanclubs der US-Sängerin Kelly Clarkson misstrauisch geworden waren. Ihnen wurden unveröffentlichte Musiktitel angeboten . Sie meldeten dies einer Künstleragentur, die schließlich die Polizei einschaltete.
